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  • Lüttinger Knabe im Ortsteil Lüttingen

Der Lüttinger Knabe


Der Fund im Rhein


Am 16. Februar 1858 fanden vier Lachsfischer aus Lüttingen und zwei Kollegen aus Bislich die römische Bronzestatue eines Jünglings im Rhein.

Sie wollten große Steine, an denen ihre Netze stets zerrissen, bei Niedrigwasser im trockenen Kiesbett des Rheins vergraben. Nach einigen Spatenstichen stießen sie auf einen Metallgegenstand, der sich als Bronzestatue eines Knaben entpuppte, dessen linker Unterarm fehlte. Die Fischer gingen in die Kneipe des Fährpächters de Hass, um

„für den Knaben an der Theke einen Schnaps zu bestellen.“ (Werner Böcking, Die Römer am Niederrhein und in Norddeutschland, Frankfurt 1974, Seite 103).


De Hass wollte den Fischern die Statue für drei Flaschen Jenever abkaufen.

Die Männer aber beschlossen, den Knaben aus Bronze mit nach Lüttingen zu nehmen.


Ausstellung der Statue


Bald kamen viele Leute, um sich den Fund einmal anzusehen. Die Fischer waren nicht dumm und verlangten ein Eintrittsgeld. „Das Geschlechtsteil bedeckte ein Lendenschurz.

Es wurde eine Gebühr von 10 Pfennigen erhoben, und

"wer den Schurz zu heben wünschte, bezahlte 20 Pfennige.“ (Böcking, Seite 140)


Bald schritt jedoch die Polizei ein, und der Spaß hatte ein Ende.


Verkauf nach Berlin


Nachdem der Fund nach Düsseldorf gemeldet worden war, wurde der Fund dem Königlichen Gericht in Wesel übergeben. Die zu diesem Zeitpunkt bereits als „Lüttinger Knabe“ bezeichnete Statue sollte verkauft werden, wurde aber dann den Berliner Museen überstellt.

Die Finder erhielten zusammen 4.000 Taler Finderlohn, die Hälfte des taxierten Wertes. Das Geld wurde gut angelegt. Die Bislicher Fischer verwendeten das Geld zum Kauf von Immobilien. Die drei Häuser Prast-Marwick, Hußmann und Giesen-Am Damm gibt es heute noch. Auch den Lüttingern wird noch heute ein besonderer Geschäftssinn nachgesagt.
 



Auf dieser Seite wird die Geschichte ausführlich erzählt.



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